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Ein Ruheort in Schwabing

Nach vielen Jahren wieder die Bayerische Staatsbibliothek zu betreten, ist ein berührendes Erlebnis. Zuletzt war ich hier kurz vor den Coronajahren, um mir eine Ausstellung anzuschauen. Da lag meine Studienzeit schon lange zurück, in der ich oft hierherkam, um Bücher zu bestellen oder abzuholen. Heute hole ich keine Bücher zur Ausleihe ab, sondern bringe ein Exemplar von der „Gärtnerin“ vorbei, das sich jemand vom Literaturportal Bayern anschauen wird.

Einen Bibliotheksausweis besitze ich längst nicht mehr – Der Zugang zu den Lesesälen bleibt mir also versperrt. Aber das „Stabicafé" möchte ich mir anschauen. Ich erinnere mich noch an einen langen schmalen Gang im Erdgeschoss, vorbei an unzähligen Schließfächern rechts und links, bis man zuletzt an einem ungemütlichen, kantinenähnlichen Ort landete, wo man schnell einen Kaffee trank und wieder verschwand.

Und heute? Ein großzügig eingerichtetes Café mit Nischen für Studierende, die in Ruhe am Laptop arbeiten wollen und vielen Plätzen für alle anderen, die hier eine Pause einlegen und eine Zeit lang nicht an Arbeit denken.

Mit Kuchen und Milchcafé sitze ich zwischen Studierenden und Bibliotheksmitarbeitern und fühle mich ein bisschen in meine Studienzeit zurückversetzt. Der freie Blick in den Innenhof steigert mein Wohlbehagen. Bei schönem Wetter kann man sich offenbar raussetzen. - Was für ein Ruheort mitten im umtriebigen Schwabing.