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Kindheitswege

Für eine Lesung in Sterkrade bin ich nach Oberhausen gekommen. Nach dem Tod meiner Mutter 2006 war ich nur noch selten in meiner Geburtsstadt und seit Jahrzehnten nicht mehr in Osterfeld, genauer gesagt, in der Bergarbeitersiedlung Stemmersberg, wo ich aufgewachsen bin.
An „unserem“ Haus vorbeizukommen, löste gemischte Gefühle in mir aus. Alles sah anders aus als früher: keine Laube mehr, keine Rosen, auch die Rasenfläche mit zurückgeschnittener Hecke war verschwunden. Stattdessen im hinteren Teil alles zugewuchert, blickdichte hohe Thujen. Das Grundstück optisch viel kleiner als in meiner Kindheit.
Von der Westerwaldstraße bog ich rechts ab und ging die Ziegelstraße hoch Richtung Gutestraße. Wie groß waren hier die Laubbäume geworden, wie angenehm schattig der Weg an einem warmen Spätsommertag. Die Grundstücke rechts und links gepflegt.

Ziegelstrasse mit Bäumen


Die Häuser sahen fast fremd aus, ohne die schwarze Rußschicht, mit der ich sie aus meiner Kindheit kannte.

Zuletzt stand ich vor dem „Prunkstück“ der Siedlung, dem ehemaligen „Jugendhaus Stemmersberg“ in der Gutestraße.

Als Kindergarten- und später Hortkind bin dort täglich rein und raus. Seine Besonderheit fiel mir damals nicht auf. Es war genauso rußgeschwärzt wie alle anderen Häuser in der Umgebung.