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Mein verschwundener Acker

In Karlsfeld habe ich mit meiner Familie fast dreißig Jahre Jahre lang gewohnt, von 1976 bis 2004. Im Frühjahr 2026, auf dem Weg zur Rathausstraße, erkenne ich fast nichts wieder. Das alte Rathaus gibt es nicht mehr, das neue ist größer und höher; die Gemeindebücherei versteckt sich nicht mehr im Souterrain des Rathauses sondern residiert, viel präsenter und einladender, in einem Gebäude gegenüber. Nur ein paar Meter entfernt eine gut sortierte Buchhandlung.
Dort, wo ich früher gewohnt habe, ist auch alles anders, erschreckend anders: Den großen Garten und das Zweifamilienhaus gibt es nicht mehr. Alle Bäume sind verschwunden, die Nadelbäume um das Grundstück herum und die Laub- und Obstbäume im Garten. Dafür stehen da jetzt drei Häuser mit Grünflächen in Teppichgröße, eingefasst von einer dichten dicken Hecke, die die Fläche optisch bestimmt noch kleiner macht.
Früher konnten wir dort Federball spielen, heute geht vielleicht noch Tischtennis, wenn jemand seine Gartenstühle auf der Terrasse zusammenschiebt, um Platz dafür zu schaffen.

Und mein „Acker“, meine „Scholle“, in Wirklichkeit nur ein Beet, wo Salat und Gemüse es schwer hatten, bis zur Reife zu kommen, weil ein alter Pflaumenbaum in der Mitte stand und seine Blätter alles beschattete – auch weg.
Das ist irgendwie traurig, auch wenn ich mich nicht nach Karlsfeld zurücksehne.